Tag 60 - Wie riecht „nicht normal“?

Wenn wir uns selbst riechen und merken, uh da stimmt was nicht, dann stimmt auch meistens etwas nicht. Das kann viele Gründe haben. Nicht immer muss eine Krankheit dahinterstecken. Wie du jedoch erkennst, wann du vielleicht besser ärztliche Hilfe aufsuchen solltest, erklären wir dir hier.

Unangenehmer Intimgeruch

Jeder Teil des Körpers schwitzt und kann dadurch unangenehm riechen. Auch Penis, Hoden und Vulva. Die häufigste Ursache für einen unangenehmen Penisgeruch ist das sogenannte Smegma, das sich bei mangelnder Hygiene unter der Penisvorhaut bildet. Diese Bereiche gehören wie alle Körperbereiche gewaschen. Wichtig ist nur, wie du dich wäschst. Seifen können das natürliche Gleichgewicht der Bakterienflora stören und möglicherweise ein Krankheitsrisiko sein. Wasche deine Intimzone nur mit Wasser und einem auf den Intimbereich abgestimmten Pflegeprodukt. Auch die richtige Unterwäsche ist wichtig. Zu eng sitzend Hosen oder synthetische Stoffe, die das natürliche Schwitzen verhindern, können auch zu ungewollten Gerüchen führen. Gleiches gilt für parfümierte Slipeinlagen oder Intimsprays.

Was normal ist

Es ist also vollkommen normal, dass Sperma, das lange an der Luft ist (zum Beispiel im Mülleimer oder im Kondom) nach einiger Zeit zu stinken beginnt. Der Grund dafür ist eine alkalische Schutzschicht, die das Ejakulat kurz nach der Ejakulation zum Schutz für das Überleben der Spermien hat. Auch normal ist, dass sich der Vaginalgeruch verändert, wenn er sich mit Sperma vermischt. Der Intimgeruch kann dann metallisch werden. Die Intimflora der Vagina ist schlau: Sie selbst ist leicht sauer, das Sperma jedoch alkalisch. Die Vaginalflora gerät aus dem Ungleichgewicht und die Vagina fängt an, sich selbst zu reinigen. Dadurch kann es zu mehr Ausfluss kommen und auch ein unangenehmer Geruch kann entstehen. Der geht in der Regel aber schnell von selbst wieder weg. Zudem können auch hormonelle Veränderungen einen individuell sehr unterschiedlichen Geruch mit sich bringen. Das kann in der Menopause, während einer Schwangerschaft oder innerhalb des Menstruationszyklus auftreten.

Fischiger Geruch

Ein fischiger Geruch deutet sowohl bei der Vaginalflora als auch beim Sperma auf eine bakterielle Infektion hin. Wenn das Sperma fischig riecht und das Ejakulat eine andere Farbe hat, da es sich mit Ausfluss vermischt, kann das sowohl auf eine Entzündung der Hoden, der Nebenhoden, der Prostata oder der Harnröhre hinweisen. Hier ist ärztliche Hilfe gefragt, um Geschlechtserkrankung auszuschließen. Eine bakterielle Vaginose der Vaginalflora geht oft von alleine weg. Wenn der Geruch längere Zeit anhält, sollte auch hier ärztlicher Rat eingeholt werden.

Merke:

Kommt dir dein Intimgeruch selbst „faul“ vor, dann ist auch meistens etwas faul.

Andere Geruchsursachen

Pilzerkrankungen werden von einem leicht hefeartigen Geruch begleitet und müssen ärztlich untersucht werden. Wenn du unangenehm riechst und beim Pinkeln Schmerzen hast, kann es sein, dass du eine Harnwegsinfektion hast. Der Geruch ist dann sehr streng und ammoniakartig. Auch ein vergessener Tampon kann einen sehr auffälligen und unangenehmen Geruch mit sich bringen. Das ist gar nicht mal so selten. Hier ist ärztliche Hilfe gefragt, um eine bakterielle Infektion auszuschließen.

Merke

Kommt dir dein Intimgeruch selbst „faul“ vor, dann ist auch meistens etwas faul. Ein fischiger Geruch bei Sperma oder Vaginalausfluss hat seinen Ursprung fast immer bei einer bakteriellen Infektion oder gar Geschlechtskrankheiten. Wenn du plötzlich sehr penetrant riechst und der Geruch dauerhaft vorhanden ist, solltest du ärztliche Beratung aufsuchen. Spätestens aber wenn weitere Symptome einer möglichen Erkrankung auftreten!

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Carla Pohlink, die als Ärztin und Sexualtherapeutin arbeitet.
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Lisa

Lisa Claus ist die SiClaro Hausautorin und führt dich textlich durch die 90 Tage Journey